ProKlima FAQ

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ProKlima FAQ 2019-01-10T08:17:59+02:00

Die Waage halten, balancieren, sich gegenseitig neutralisieren. Klimaneutral sind Prozesse, die das Gleichgewicht der Atmosphäre nicht verändern. Eine ausgewogene Balance zwischen Nehmen und Geben. Klimaneutral sind Produkte, Dienstleistungen oder Unternehmen im Ganzen, wenn sie nach der Ermittlung der individuellen CO2-Bilanz Emissionen ausgleichen.

Klimaneutralität ist das umweltpolitische Ziel, durch Produktion und Konsum keinen Einfluss auf das Klima auszuüben. Dahinter steckt die Annahme, dass das Klimasystem ein bestimmtes Maß an Treibhausgasemissionen puffern kann, ohne dass es zu signifikanten Einflüssen auf das Klima kommt. Klimaneutralität ist heute ein Gütezeichen. Klimaneutrale Unternehmen beispielsweise übernehmen Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt.

Als freiwillige CO2-Kompensation (kurz: Kompensation; lat.: compensare = ausgleichen; engl.: Carbon Offsetting) bezeichnet man eine freiwillige Zahlung für eine zusätzliche Klimaschutzmaßnahme, die die mit einem Prozess verbundene Menge an Treibhausgasemissionen an einem anderen Ort einspart. Die Begriffe CO2-Kompensation, Kompensation, freiwillige Kompensation oder Kompensationszahlung werden synonym im hier beschriebenen Sinne verwendet.

Es gibt unterschiedliche Arten von Projekten, mit denen man CO2-Emissionen kompensieren kann. Einige Projekte investieren in Emissionseinsparungen durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energiequellen, andere entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid (CO2) durch Wiederaufforstung und wieder andere vermeiden den Ausstoß von Treibhausgasen in Industrieprozessen. Die Projekte unterscheiden sich auch bezüglich ihres Umfangs. Es gibt kleinere Projekte, die auf Gemeindeebene stattfinden, und größere, die eine ganze Industrieanlage umfassen können. Die verschiedenen Projektarten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile hinsichtlich ihres Potenzials für die Treibhausgasreduktion, aber auch hinsichtlich der Nebeneffekte, die sie z.B. auf Biodiversität oder die Beschäftigungssituation in der Region haben. Klimaschutzprojekte müssen international anerkannte Kriterien und Standards erfüllen und entsprechend zertifiziert werden.

Das sind die wichtigsten Kriterien:

Zusätzlichkeit: Es muss sichergestellt sein, dass ein Projekt nur aufgrund der aus dem Emissionshandel erzielten Gelder umgesetzt werden kann. Das Klimaschutzprojekt muss also auf Erlöse aus dem Emissionshandel zur Deckung des Finanzierungsbedarfs angewiesen sein.

Ausschluss von Doppelzählungen: Es muss sichergestellt werden, dass die eingesparten CO2-Emissionen nur einmalig (beim Eigentümer der Zertifikate) angerechnet werden. Das bedeutet insbesondere, dass Zertifikate nur einmal verkauft werden dürfen.

Dauerhaftigkeit: Die Emissionseinsparungen müssen dauerhaft erfolgen, z.B. muss die Bindung von CO2 in Wäldern langfristig erfolgen.

Regelmäßige Überprüfung durch unabhängige Dritte: Klimaschutzprojekte müssen in allen genannten Kriterien in regelmäßigen Zeiträumen durch unabhängige Dritte (z.B. TÜV, SGS, DNV) überprüft werden.

Die von uns ausgewählten Projekte fördern aktiven Klimaschutz in Deutschland sowie in Entwicklungs- und Schwellenländern. Vom Walderhalt bis zum Ausbau erneuerbarer Energien tragen sie auf vielfältige Weise zum Schutz des Klimas bei. Mit ProKlima unterstützen Sie diese Projekte:

Waldschutz in Deutschland

Auch in Deutschland hinterlässt der Klimawandel seine Spuren. Immer häufiger kommt es zu Wetterextremen wie Hitzewellen, Überflutungen und Sturmtiefs. An die veränderten Klimabedingungen müssen sich alle Ökosysteme anpassen. Für den Schutz und Erhalt deutscher Wälder setzen wir uns zusammen mit dem gemeinnützigen Bergwaldprojekt e.V. ein. Gemeinsam gestalten wir zum Beispiel Wälder in der Eifel standortgerecht um und forsten in Werdohl Waldflächen wieder auf. Moore in Brandenburg werden renaturiert und Biotope in den Alpen gepflegt. An über 50 Orten deutschlandweit hat das Bergwaldprojekt die Umweltaktionen initiiert, um sie mit Freiwilligen umzusetzen.

Wasserkraftwerk in Indien

Insbesondere in den ländlichen Regionen Indiens fehlen Kapazitäten zur Stromerzeugung. Das Wasserkraftwerk Karcham-Wangtoo schafft Energiesicherheit durch erneuerbare Energien. Es nutzt das Wasserkraftpotenzial des Flusses Sutlej, der durch den Norden Indiens fließt. Angesiedelt zwischen den Nachbardörfern Karcham und Wangtoo, wird das Kraftwerk in Zusammenarbeit mit Anwohnern betrieben und instand gehalten. Das Projekt steigert die Lebensqualität in der Region und trägt zur weltweiten Etablierung erneuerbarer Energien bei.

Ist ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, fließt unsere Unterstützung in ein neues. Die Auswahl der von uns geförderten Klimaschutzprojekte kann daher variieren.

Andere gebräuchliche Begriffe: CO2-Zertifikate, Klimaschutzzertifikate, Emissionszertifikate. CO2-Zertifikate werden allgemein in der Mengeneinheit 1 Tonne CO2e (e=Äquivalente) gehandelt. Andere klimaschädliche Treibhausgase wie beispielsweise Methan werden in ihrer Wirkung in eine entsprechende Menge CO2 umgerechnet, sogenannte CO2-Äquivalente. Ein Zertifikat entspricht der Einsparung einer Tonne CO2-Äquivalent durch ein Klimaschutzprojekt. Für den Handel mit CO2-Zertifikaten gibt es zwei Märkte: den verpflichtenden auf staatlicher Ebene und den freiwilligen, den sogenannten Voluntary Market. Durch unabhängige Institutionen wie z.B. den Gold Standard werden Klimaschutzprojekte, aus denen Zertifikate generiert werden, zertifiziert und geprüft.

Das Gas Kohlenstoffdioxid (CO2) ist natürlicher Bestandteil der Luft. Schädlich ist CO2 erst in zunehmender Konzentration, denn dann trägt es zur Klimaerwärmung bei. Als Treibhausgas absorbiert es die Wärmestrahlung der Erde und wärmt so die Erdatmosphäre auf. Mit steigender CO2-Konzentration wird die Atmosphäre folglich immer wärmer. Dadurch verändert sich das Erdklima und Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht.

Heizöl ist ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen. Kohlenwasserstoffe bestehen aus einer variierenden Mischung aus Kohlenstoff- und Wasserstoffteilchen, haben also die allgemeine chemische Formel CxHy. Bei ihrer Verbrennung reagieren sie mit Sauerstoff. Dabei entstehen CO2 und Wasser. So läuft zum Beispiel die Verbrennung des Kohlenwasserstoffs Methan (CH4) ab: CH4 + 2O2 = CO2 + 2H2O. Aus der Kohlenwasserstoff-Verbindung wird also eine Kohlenstoff-Sauerstoff-Verbindung, CO2.

Während des Verbrennungsprozesses entstehen aus einem Liter Heizöl 3,17 Kilogramm CO2. Bei diesem Wert handelt es sich um ein CO2-Äquivalent. Das heißt, berücksichtigt sind nicht nur die CO2-Emissionen selbst, sondern alle Treibhausgase, die bei Verbrennung, Rohstoffgewinnung, Produktion und Veredelung entstehen.

Der CO2-Ausgleich ist eine besonders effektive und nachhaltige Variante des Klimaschutzes. Klimaneutralität auf anderen Wegen zu erreichen, ist schwer umsetzbar bis unmöglich. In manchen Lebensbereichen lassen sich Emissionen lediglich reduzieren, in anderen nur vorübergehend einsparen. Daher gelingt umfassender Klimaschutz erst im Zusammenspiel aller Maßnahmen: Kompensieren, Reduzieren und Vermeiden von Emissionen. Kennen Sie Ihren CO2-Fußabdruck, können Sie den Effekt Ihres CO2-Ausgleichs direkt nachvollziehen.

Weil der Klimawandel uns alle betrifft. Jeder Einzelne ist Teil des Problems und gleichzeitig Teil der Lösung. Klimaschutz fängt schließlich im Kleinen an. Ob als Privatperson oder als Unternehmen, mit freiwilligem Klimaschutz kann jeder von uns Verantwortung übernehmen. Engagieren Sie sich für Klima und Umwelt, können wir gemeinsam etwas bewegen.

Erst das Engagement im freiwilligen Klimaschutz macht es möglich, Klimaschutzprojekte überhaupt weltweit zu entwickeln und zu betreiben.

Die Klimaschutzprojekte sind durch den Gold Standard (oder VCS) zertifiziert und werden über die gesamte Laufzeit kontrolliert. Das bedeutet, dass auch die Stilllegung der Zertifikate durch den Standard kontrolliert wird. So ist gewährleistet, dass Zertifikate nicht mehrfach verkauft werden können. Nur durch die Zusätzlichkeit, also den Verkauf von CO2-Zertifikaten können diese Projekte umgesetzt werden.

Erwerben Sie ein Zertifikat, wird Ihr Beitrag an den Projektbetreiber weitergeleitet. Ihre Unterstützung fließt also immer direkt in das Klimaschutzprojekt. Verwendet wird das Geld auf ganz unterschiedliche Weise. Zum Beispiel für den Kauf von Baumaterialien und Werkzeugen, für die Bezahlung von Arbeitskräften oder für die Tilgung zwischenzeitlich aufgenommener Projektkredite.

Durch den kontrollierten Handel mit Klimaschutzzertifikaten. Wird ein Zertifikat ausgegeben, erhält der Projektbetreiber automatisch den Erlös aus dem Verkauf. Damit Ihr Beitrag tatsächlich in die Umsetzung des Projekts fließt, unterstützen wir anerkannte und zertifizierte Klimaschutzprojekte. Dadurch ist gewährleistet, dass Abläufe regelmäßig nach internationalen Standards geprüft werden.

Ja. Der Besuch der Klimaschutzprojekte ist möglich. Möchten Sie sich direkt vor Ort ein Bild von Ihrem Förderprojekt machen, können Sie jederzeit dorthin reisen. Organisieren und betreuen können wir Ihren Besuch aber leider nicht.

Die meisten Klimaschutzprojekte sind anhand ihrer geografischen Koordinaten auf jeder Karte zu finden. Oft reicht aber auch der Projektname aus, um sich den Ort bei google Earth anzuschauen.

Dabei handelt es sich um Klimaschutzstandards, die auf freiwilliger Basis Klimaschutzprojekte zertifizieren. Dabei muss ein Klimaschutzprojekt den Regeln der Standards entsprechen. Regeln sind zum Beispiel die Zusätzlichkeit. Das bedeutet, dass ein Projekt zusätzlich ist und nicht schon ohnehin geplant war oder sowieso umgesetzt werden würde. Weitere Themen, die geprüft werden, sind z.B.: keine Kinderarbeit, keine Landvertreibung, die Einhaltung der lokalen Gesetze und vieles mehr. Diese Kriterien werden zu Beginn und während der gesamten Projektlaufzeit durch unabhängige Auditoren geprüft. Der Gold Standard ist der bekanntere Klimaschutzstandard. In der Leistung sind aber andere Klimaschutzstandards wie zum Beispiel der VCS absolut vergleichbar und gleichwertig.

Gold Standard (GS)

https://www.goldstandard.org

Unter Beteiligung des WWF und 40 weiterer NGOs wurde der Gold Standard als Regelwerk für die sorgsame Installation von Klimaschutzprojekten entwickelt. Um Klimaschutzprojekte mit dem Gold Standard zertifizieren zu können, müssen hohe Anforderungen hinsichtlich der Zusätzlichkeit (Additionalität), der nachhaltigen Entwicklung und der Integration der lokalen Bevölkerung in das Projekt erfüllt werden. 2013 wurde die Methodik des Gold Standards durch Übernahme des CarbonFix Standard erweitert, so dass neben Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und Abfallwirtschaft nun auch Landnutzungs- und Forstprojekte mit dem Gold Standard zertifiziert werden können.

Verified Carbon Standard (VCS)

Mehr als die Hälfte der weltweiten freiwilligen Emissionsreduktionen werden nach dem Verified Carbon Standard (VCS) validiert und verifiziert. Der Standard gibt Vorgaben zur Ermittlung der CO2-Einsparungen für die unterschiedlichen Projektarten wie z.B. Wasserkraft oder Windkraft. Klimaschutzprojekte nach VCS müssen zusätzlich von unabhängigen Dritten geprüft sein. Doppelzählungen von CO2-Einsparungen müssen ausgeschlossen werden können. Die aus diesen VCS-Projekten generierten Zertifikate werden als Verified Carbon Units (VCU) bezeichnet.

Nein. Aus unserer Sicht sind die Kosten, die Sie für den Ausgleich Ihrer CO2-Emissionen leisten, keine Spenden für den Klimaschutz, sondern stellen eine sinnvolle Investition in eine messbare Reduktion Ihrer CO2-Emissionen dar.

Nein. Besonders im Bereich des freiwilligen Kompensationsmarktes ermöglicht erst der Handel mit CO2-Zertifikaten, ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt aus dem Boden zu stampfen und dieses über eine, meist sehr lange Laufzeit hinweg, zu finanzieren. Zertifikatskäufer, egal ob Unternehmen, Organisationen oder auch Privatpersonen leisten also einen aktiven und tatsächlichen Beitrag zum Klimaschutz. Mit „Gewissen erleichtern“ oder „sich von der CO2-Sünde freizukaufen“ hat das ganz klar nichts zu tun. Sollte es jedoch so sein, dass man durch den CO2-Ausgleich sein Gewissen erleichtern könnte, wäre auch diese Möglichkeit um Längen besser als nichts zu tun.

Für das Weltklima spielt es keine Rolle, wo der CO2-Ausgleich stattfindet. Für die Ökonomie schon. Deshalb machen Klimaschutzprojekte grundsätzlich dort mehr Sinn, wo die natürlichen Gegebenheiten vorhanden sind und die Projekte kosteneffizient zu realisieren sind. Ein wichtiger Nebeneffekt: Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern den Technologietransfer und leisten aktiv Hilfe zur Selbsthilfe. Ein weiteres Problem bei Klimaschutzprojekten in Deutschland steht im Zusammenhang mit der möglichen doppelten Anrechnung. Eine indirekte doppelte Anrechnung könnte dann stattfinden, wenn beispielsweise Strom aus einem Windpark durch fossilen Strom aus einem Kraftwerk ersetzt wird. Durch den regenerativ erzeugten Strom wurde das nationale Emissionsbudget entlastet und zusätzliche Emissionsrechte erzeugt. Waldflächen unterliegen strengen Kontrollen und Auflagen. So müssen Waldflächen nach Brand oder Windbruch zwingend aufgeforstet werden. Aus dieser Aufforstung kann kein Klimaschutzprojekt entstehen, da in diesem Falle das wichtige Kriterium der Zusätzlichkeit nicht gegeben ist. Wir möchten jedoch das Eine tun, ohne das Andere zu lassen, da wir speziell in deutschen Wäldern mit vielfältigen Problemen zu tun haben, die u.a. auch durch den Klimawandel entstanden sind. Daher haben wir uns auch für ein Engagement in Deutschland entschieden und fördern wichtige Waldökologieprojekte.

Viele Länder bemühen sich bereits aktiv um nationalen Klimaschutz. Oft scheitern Klimaschutzprojekte allerdings an technologischen, institutionellen oder finanziellen Hürden. Die nötigen Ressourcen stehen in Entwicklungs- und Schwellenländern schlicht nicht zur Verfügung. Um dort umweltfreundliche Technologien zu etablieren, bedarf es internationaler Unterstützung. Ihr Beitrag hilft also, Nachhaltigkeit weltweit zu fördern. Wo möglich findet staatlich finanzierter Klimaschutz zusätzlich statt.

Deutschland war einmal Vorreiter im Klimaschutz, wurde inzwischen aber von anderen Staaten überholt. Sowohl in Europa als auch in anderen Teilen der Welt gibt es Länder, die weitaus engagierter sind als Deutschland. Auch hierzulande gibt es also noch Verbesserungspotenzial. Verantwortung abzuschieben, ist nicht gerechtfertigt. Außerdem ist Klimaschutz ein Gemeinschaftsprojekt. Erfolgreich ist er nur, wenn international zusammengearbeitet wird und jeder einen Beitrag leistet. Freiwilliger Klimaschutz bietet die Möglichkeit, auf ganz persönlicher Ebene Engagement zu zeigen.